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Über Michael Fritschi

Ich bin Fotograf. Sie haben jedoch ein falsches Bild von mir, falls Sie denken, dass das mittlerweile so ziemlich jeder von sich behaupten kann, der eine Kamera hat. Und wer hat die nicht. – Was mache ich anders? Ich sehe etwas, das meine Kunden auch sehen, aber nicht wahrnehmen, bis ich es ihnen zeige. Mein Bild davon entsteht in der Kamera, und möglichst nicht am Bildschirm. Weil ich es so sehe, weil ich den einen winzigen Moment abpasse und dabei selbst den Zufall überrasche, nenne ich es die tägliche Suche nach dem einen, dem präzisen Bild.

Sie kennen vielleicht diesen dokumentarischen Film über den japanischen Sushi-Meister Jiro, oder haben davon gehört. Obwohl dieser seine lebenslange Tätigkeit bis zur Perfektion beherrscht, sagt er doch am Ende des Tages von sich, beständig auf der Suche nach dem noch etwas perfekteren Sushi zu sein. Diese Aussage fand ich zuerst überheblich, dann halbbatzig, gebe ich zu. Zur Erinnerung: Roher Fisch mit kaltem Reis unterlegt, heutzutage ein Schnellimbiss. Was will der alte Mann daran täglich verbessern?
Zeit verging. Ich dachte nicht mehr an den Sushikoch und seine aberwitzige Lebensaufgabe. Dann, auf einem Set – modernes Einfamilienhaus vor dem Erstbezug, noch kein Rasen, die Bäumchen so klein wie Spielzeug, die Garage so leer wie der Teich und die Sichtbetonwände in der Küche – schauten wir uns mit dem Bauherrn die entstandenen Bilder am Schirm an. Alle zeigten sich hochauf zufrieden, bis auf einen. Offenbar riefen meine skeptischen Sorgenfalten grosses Erstaunen hervor. Was ist los mit Ihnen, wollte der Architekt wissen. Heute Abend, mein Blick schweifte in vollem Ernst über die grosszügig verteilten Bäumchen, bevor hier die Sonne am tiefsten steht, komme ich noch mal her und versuche ein paar Aufnahmen. Manchmal spürt man, dass da noch was geht. Dann nicht aufzuhören, wird immer belohnt. Auch wenn sich wie bei diesem Auftrag nur herausstellt, dass der kühlen Sachlichkeit ein Hauch Wärme fehlte. Die Faszination an Architektur kann ich nicht beschreiben, ich muss sie zeigen.
Wenn dann die Suche nach dem für heute besten Bild erfolgreich war, macht mich das stolz. Es ist zwar nur ein Bild, in dem aber, neben dem Objekt und dem Licht, alles von mir steckt.

Ich habe nach meiner Ausbildung zum Fotografen einige Jahre als Webdesigner gearbeitet, dann aber herausgefunden, dass meine Liebe zur Fotografie der für mich bessere Weg ist, um mit Menschen zusammenzukommen und ihnen meine Ideen zu zeigen. Seitdem arbeite ich in meinem Basler Studio, fotografiere liebend gern Menschen, ihre Gesichter, ihre Mode und Produkte. Finden Sie mich nicht dort, bin ich mit meinem mobilen Studio draussen, unterwegs auf Baustellen, rede mit Architekten, worauf es ihnen ankommt, welchen Zweck mein Bild für den Kunden haben soll und wie eine beeindruckende Konstruktion auf einem Bild noch ein wenig mehr Eindruck macht. Bei Sushi bin ich mittlerweile wählerisch, obwohl ich  davon nicht wirklich etwas verstehe, ich bin, wie Sie wissen, Fotograf.